Okarikomi

Büsche schneiden im japanischen Garten
O-Karikomi & O-Tama-mono

Dies sind japanische Begriffe für bestimmte Formgehölze, die die japanischen Gärten stark prägen. Sie werden oft als Ergänzung, manchmal sogar als Ersatz für Steinsetzungen verwendet.
Tama-mono sind einzelne Pflanzen, die in Form von Halbkugeln oder besser Kugelsegmenten geschnitten werden. Dabei wird eine möglichst breite Basis im Verhältnis zur Höhe angestrebt.
O-Karikomi sind geschnittene Wellen, die aus zusammengewachsenen Tama-mono entstehen. Sie erinnern in ihrer Form an sanfte, bewaldete Hügel.

In Japan werden vorrangig Azaleen einer Sorte verwendet. Dabei steht die Blüte nicht im Vordergrund, wichtiger ist der Formschnitt. In unserem Klima ist die Azalee nur bedingt geeignet. Bessere Ergebnisse erzielt man mit Buchsbaum, Ilex crenata, Liguster und Eibe.

O-Karikomi richtig schneiden

Links ist die optimale Grundform für ein tama-mono abgebildet. Die anderen Formen sind möglichst zu vermeiden. Sie sind zu kugelig, unten nicht geschlossen oder zu hoch.

Karikomi gestalten

Die Zeichnung oben zeigt die Entwicklung eines Tama-mono, ausgehend von einer dreimal verpflanzten Buchsbaumpflanze (alternativ: Ilex crenata „Convexa“ oder Taxus) mit einer Höhe von 50-60 cm aus der Baumschule. Zuerst wird etwa ein Drittel der Höhe gestutzt. (Das Schnittgut bewurzelt in Torf -Sand Gemisch gesteckt recht schnell zu neuen Stecklingen).
Die Pflanze wird in den folgenden Jahren im oberen Bereich stets stark zurückgeschnitten, um den starken Terminaltrieb in möglichst feine Verzweigungen aufzuteilen. Dabei läßt man nur geringen Jahreszuwachs zu, um die starke Schnittwunde des ersten Jahres zu verdecken und die gewünschte Endhöhe zu erreichen. Der Zuwachs im unteren Bereich an den Seiten entwickelt sich nur im Laufe von einigen Jahren und perfektioniert die angestrebte breite, sanfte Biegung. Beste Ergebnisse im Schnitt erreicht man mit einer sogenannten Formierschere, das ist eine besonders scharfe und leichte Heckenschere. (Akku-Heckenscheren verletzten gerade bei Buchsbaum zuviele Blätter – nicht empfehlenswert!) Ist die Form erreicht und die Lauboberfläche dicht und geschlossen wird es nach einigen Jahren notwendig sein, einen stärkeren Rückschnitt durchzuführen um die Pflanze anzuregen, neue Triebe zu bilden. Sonst kann es geschehen, das alte, langgewachsene Triebe sich niederlegen.
Für höhere tama-mono oder o-karikomi eignen sich alle Ligustersorten und auch Eiben hervorragend. Gerade Liguster erfordern jedoch einen mehrmaligen Schnitt im Jahresverlauf. Es empfiehlt sich öfter zu schneiden und nicht zu warten bis der Jahrestrieb zu verholzt und zu hart geworden ist. Dies gelingt sehr gut mit einer Akku-Heckenschere

Karikomi

O-karikomi sind sanfte Hügelformen, die sich aus zusammenwachsenden tama-mono ergeben. Will man ein gutes Ergebnis erreichen, ist dabei besonders darauf zu achten die einzelnen tama-mono am Anfang nicht zu dicht aneinander zu pflanzen, da die Pflanzen genügend Abstand für die Entwicklung der unteren Laubmasse und Wurzeln brauchen. Pflanzt man tama-mono oder o-karikomi in Verbindung mit Steinsetzungen lassen sich sehr ansprechende Gestaltungen erzielen.

Viel Spaß beim Schneiden – allerdings brauchts ein paar Jahre bis das Ziel erreicht ist….
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